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Fachwissen gehört an den Tisch – nicht auf die Zuschauerbank!

20.02.2026
Peggy Weinlich
Lesedauer 2 Minuten
Unser Fraktionskollege Rocco Geißdorf brachte im vergangenen Jugendhilfeausschuss eine der wohl ❗ wichtigsten Grundsatzdiskussion ❗ ins Rollen:

Er kennt sich seit langem in der Jugendhilfe aus und wollte schon immer mit seinem Wissen die Arbeit im Jugendhilfeausschuss bereichern. Doch er stellt fest, dass kaum noch fachliche Diskussionen in den Gremien stattfinden. Vor allem deswegen, weil ausgerechnet die Mitglieder als „befangen“ gelten, die sich mit einer Sache wirklich auskennen! 🔄
Damit werden Entscheidungen häufig getroffen, ohne die Realität vor Ort wirklich zu kennen und entgegen der Ergebnisse fachlicher Prozesse und Planungen im Vorfeld.

Ein aktuelles Beispiel: Kürzlich ging es um die Beschlussfassung zur Maßnahmenplanung ab dem Jahr 2025 im landkreisfinanzierten Grundangebot im Rahmen der Fortschreibung des Teilfachplanes A der Jugendhilfeplanung für die Leistungen nach §§ 11 - 14, 16 SGB VIII.

✅ Unsere Fraktion ☀️ hatte dazu einen Vorschlag erarbeitet, der – den Ergebnissen der Planungsraumkonferenzen und der Expertise von Fachleuten folgend – eine ausgewogene Verteilung vorschlug. In der finalen Beschlussvorlage der Jugendamtsverwaltung sahen wir uns in unserer Vorarbeit im Wesentlichen bestätigt.

❌ Die SPD allerdings forderte, nach dem Ausschluss aller „Befangenen“ (einschließlich Rocco Geißdorf als Vertreter unserer Fraktion), die offene Kinder- und Jugendarbeit sowie die Familienbildung in den Mittelzentren Freital und Pirna mit lediglich 5,5 Vollzeitstellen auszustatten und die verbleibende halbe Stelle der mobilen Jugendarbeit zuzuordnen. Die betroffenen Kommunen, so die Argumentation, verfügten über ausreichende Mittel, um die entstehende Lücke auszugleichen …

Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass es – zumindest nach unserem Kenntnisstand – von Seiten der SPD in Pirna bislang nicht einmal einen Antrag auf Unterstützung gibt …
Schwerer wiegt jedoch, dass infolgedessen zwar Mittel gekürzt wurden, der Aufgabenumfang jedoch unverändert blieb. Denn eine Anpassung hätte gleichzeitig beantragt werden müssen!

Da in diesem Paket die Familienbildung in Freital und Pirna ebenfalls noch eingeplant ist, stehen in Folge den jeweils drei Kinder- und Jugendtreffs nur rund 5 volle Stellen zur Verfügung. Wie diese mit jeweils 2 Fachkräften zu öffnen sind, um den festgestellten Bedarfen zu entsprechen, bleibt somit ein Problem der Projekte vor Ort. ❌

Wer die Praxis kennt, sieht solche Folgen sofort. 💡 Fachkompetenz gehört daher an den Tisch und nicht auf die Zuschauerbank! 🤝
Dem Ansinnen konnte sich auch der Landkreis anschließen und will künftig Fachstellen, Träger, Fachkräfte und Entscheidungsgremien enger miteinander vernetzen, damit Entscheidungen auf solider fachlicher Basis getroffen werden und das widerspiegeln können, was vor Ort wirklich gebraucht wird.

Fachwissen gehört an den Tisch – nicht auf die Zuschauerbank!