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Informationsveranstaltung zur Energieversorgung und Krisenvorsorge im Landkreis

19.12.2025
Peggy Weinlich
Lesedauer 4 Minuten
Seit dem großen Stromausfall in Spanien ⚡🇪🇸 im April 2025 ist die Sorge um unsere Energieversorgung auch im Landkreis spürbar - viele Familien fragen sich: „Was passiert, wenn bei uns der Strom weg ist?“ Der Landkreis hat nun Kreisräte und Bürgermeister zu einer umfassenden Informationsveranstaltung eingeladen. Die zentrale Botschaft: Die Infrastruktur ist besser gerüstet als befürchtet, doch Eigenvorsorge bleibt für jeden Haushalt unerlässlich.

Nach Auskunft des Netzbetreibers ⚡SachsenNetze HS.HD GmbH ist die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts in unserer Region aufgrund des gut ausgebauten Stromnetzes als gering einzuschätzen. Solche Ereignisse werden in der Regel erst möglich, wenn nur wenige Höchstspannungsleitungen das System tragen und mehrere Störungen gleichzeitig auftreten.
Wahrscheinlicher für uns: ⚠️ Greyouts, kurze regionale Ausfälle im Mittel- und Niederspannungsnetz, die durch die wetterabhängige Einspeisung erneuerbarer Energien mit verursacht werden. Sie häufen sich statistisch, dauern aber kürzer und lassen sich besser kompensieren ✅, die Energiewende stellt unser Netz damit täglich auf die Probe. 📊 (Entsprechend kritisch ist auch in diesem Zusammenhang der immer noch vorangetriebene Ausbau der Windkraft zu betrachten. Aber das wurde nur am Rande der Veranstaltung thematisiert.)

Alle Referenten der Veranstaltung betonten eindringlich, gleich welcher Katastrophe: 🆘 „Bürger hilf dir selbst! Bevorrate dich!“.

Konkret bedeutet das:
- Lagern Sie 💧 Wasser (2 Liter pro Person/Tag), haltbare Lebensmittel und Medikamente für mindestens 10 Tage - das ist die offizielle BBK-Empfehlung     ➩ externer Link
- Denken Sie an 👶 Babynahrung, 🐾 Tierfutter, 🔦 Taschenlampe, 📻 Radio mit Batterien.
- Und überdenken Sie Ihre 🔋 Stromversorgung: besonders im Winter! Nicht nur zum Kochen, sondern für Heizung, Ladegeräte, medizinische Geräte.

❗ Denn der Landkreis ist nicht für die Lebensmittelversorgung zuständig! Selbst der Freistaat greift letztendlich nur auf bundesweite Reserven zurück. Offen bleibt zudem aktuell, in welchem Umfang Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität tatsächlich für Zivilschutz in die Kommunen fließen wird. Voraussichtlich priorisieren diese aber Investitionen in die kritische Infrastruktur und nicht in die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. ❗

Die Veranstaltung behandelte ohnehin primär, wie sich die wichtigste Infrastruktur selbst absichert, um so schnell wie möglich unter den gegebenen Umständen wieder arbeitsfähig zu werden. 🛡️ Der Leiter des Amtes für Katastrophenschutz, Herr Göhler, erläuterte dabei anschaulich, wie der Landkreis unter Einbeziehung der wichtigsten Akteure daran arbeitet, die eigene Krisenfestigkeit weiter zu erhöhen. Es finden regelmäßige Übungen statt, um Schwachstellen aufzudecken, Maßnahmen zu verbessern und insbesondere Alarmierungs- und Kommunikationswege, aber auch Versorgungswege (über Feuerwehr, THW, …) zu optimieren.

Ab 🔍 2026 sollen Städte & Gemeinden zudem über die Errichtung von Katastrophenschutz-Leuchttürmen 🏫💡 stärker eingebunden werden: Notstromversorgte Anlaufstellen wie Rathäuser, Grundschulen oder Sporthallen könnten mit Funk, Ladestationen und Info-Terminals ausgerüstet werden. Es wird also erarbeitet, was Kommunen konkret tun können, um ihre Infrastruktur und Bürger zu schützen. 🔍 Wichtig wird dann hier sein, dass jeder Bürger weiß, wo sein nächster örtlicher Anlaufpunkt sein wird, wenn alles dunkel bleibt!

Herr Frankenstein, Leiter der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei ⚡ SachsenNetze HS.HD GmbH, erläuterte anschließend die Struktur des Stromnetzes und die Einbettung in das europäische Verbundnetz. Er stellte dar, wie im Störungsfall das Wiederhochfahren und schrittweise Zuschalten des Netzes erfolgt und welche Szenarien dazu regelmäßig durchgespielt werden, um sowohl die eigene Infrastruktur als auch das Zusammenspiel mit anderen Institutionen zu verbessern.

Das Ziel der Netzbetreiber ist immer, das Stromnetz so schnell wie möglich wieder aufzuschalten, denn jede Stunde ohne Strom bedeutet Kälte im Winter, leere Kühlschränke, kein Licht für die Kinder oder Sauerstoffgeräte. Wer eine PV-Anlage mit Batteriespeicher hat, sitzt nicht ganz im Dunklen ... Aber selbst dann: Bei Blackout ist niemand lange (ungesehen) autark!

Herr Toedter, Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE), berichtete folgend, dass alle ⚡ vier Umladestationen mit Notstromaggregaten ausgerüstet wurden. Zusätzlich wird schrittweise auf erneuerbare Energien umgerüstet, um den Betrieb in Krisenlagen autark aufrechterhalten zu können, denn ohne Abfallentsorgung drohen hygienische Risiken, Verunreinigungen und Brandgefahren.

Herr Leutert, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserversorgung Pirna/Sebnitz, lenkte den Fokus schließlich auf die Bevölkerung selbst und betonte eindringlich, dass 💧 Wasser die kritischste Ressource darstellt. Er pointierte, dass ein Mensch ohne Strom überleben kann, ohne Trinkwasser jedoch nicht!
Die Aufbereitung und der Transport von Wasser sind dabei hochgradig stromabhängig. Pumpen für Förderung und Druckaufbau fallen bei Blackout aus, ebenso Filter- und Desinfektionsanlagen, was zu gesundheitsgefährdenden Keimbelastungen führt. Der Zweckverband ist dann nicht in der Lage, die Bevölkerung unabhängig von Leitungen flächendeckend mit Trinkwasser zu versorgen, z.B. über abgefüllte Kanister, etc. Daher gilt gerade auch hier: 💧 Eigenvorsorge, mit Berücksichtigung erhöhter Bedürfnisse bei Krankheit, Hitze oder vulnerablen Gruppen.

Zusammenfassung der Veranstaltung:
1️⃣ Katastrophenlagen, ob Blackout, Terroranschlag oder andere Ereignisse, werden von allen Akteuren sehr ernst genommen; kontinuierlich werden eigene Strukturen gehärtet und das gemeinsame Handeln unter dem Dach des Bevölkerungsschutzes professionalisiert.
2️⃣ Die Kommunen werden in den kommenden Jahren systematisch einbezogen, geschult und über Leuchtturmkonzepte stärker in die Krisenvorsorge eingebunden.
3️⃣ Der Bevölkerung wird eindringlich vermittelt, dass Eigenvorsorge zur Sicherung der eigenen Lebensgrundlage unverzichtbar ist!

Der Abend hat etwas Wichtiges klargemacht: In einer akuten Großlage muss die Bevölkerung zunächst eine gewisse Zeit ⏳ ohne unmittelbare Hilfe durch Polizei, Bundeswehr oder andere Einsatzkräfte auskommen.

Das macht es noch schwerer, weil am Anfang niemand genau weiß, wie lange es geht oder was genau passiert ist. Das wird Angst machen und Leute in Panik versetzen, gerade wenn es dunkel ist und das Handy leer. Dann müssen unsere Kommunen und der Landkreis ran: Klare Infos geben, Notpläne haben und mit Funk oder Lautsprechern reden, damit alle wissen, was zu tun ist. Daher sind wir dankbar, dass alle Akteure so eng zusammenarbeiten und krisenfeste Konzepte erarbeiten!

⚡Auch wenn ein flächendeckender Blackout unwahrscheinlich ist, zeigt die Erfahrung: Die nächste Krise wird kommen, in welcher Form auch immer. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle mit einem ausreichenden Vorrat vorsorgen und uns rechtzeitig informieren     ➩ externer Link wo sich örtliche Anlaufstellen befinden und welche Warnsysteme und Apps     ➩ externer Link im Ernstfall genutzt werden.

Informationsveranstaltung zur Energieversorgung und Krisenvorsorge im Landkreis