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kurzfristige Übernahme der Betreibung des Sportinternats Altenberg

09.03.2026
Peggy Weinlich
Lesedauer 2 Minuten
Heute stand im Kreistag ein ausgesprochen spannendes Thema auf der Tagesordnung: die kurzfristige Übernahme der Betreibung des Sportinternats Altenberg. Der Stadtrat Altenberg hatte bereits im Sommer 2025 beschlossen, einen neuen Träger zu suchen. Andernfalls drohte die Schließung mitten im laufenden Schuljahr 2025/26!

Die Landkreisverwaltung lud daher am vergangenen Donnerstag zu einer Besichtigung des Internats ein, die unsere Fraktion gern wahrnahm, um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation zu machen. Das Gebäude selbst ist in die Jahre gekommen, doch man spürt: Hier wird gelebt, trainiert und Geschichte geschrieben. Zahlreiche Athleten, die hier gefördert wurden, haben den Namen Altenberg weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Doch der Wandel ist sichtbar. Die geburtenschwachen Jahrgänge wirken sich bereits auf die Belegung aus und das Internat ist nicht mehr voll ausgelastet. Vor allem aber fehlt es an Rückhalt durch den Freistaat.

Viele Entscheidungsträger feiern allzu gern die sportlichen Erfolge, die in Altenberg ihren Ursprung haben. Aber wenn es um finanzielle Verantwortung geht, schaut man bisher weg. Fakt ist: Es gibt im gesamten Freistaat kein anderes Sportinternat, dessen Trägerschaft durch eine Kommune getragen wird und Altenberg kann diese Last selbst dauerhaft nicht schultern. Der Entschluss der Stadt, einen Übergangsträger zu suchen, ist daher vollkommen nachvollziehbar.

Die befristete Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis für die kommenden zwei Schuljahre ist aus unserer Sicht vertretbar – ja sogar notwendig. Klar ist aber auch: Dies kann und darf keine Dauerlösung werden. Sportbezogene Internate sind Aufgaben des Freistaates Sachsen. Hier müssen dringend Gespräche mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem Landessportbund aufgenommen bzw. intensiviert werden.

Es geht nicht nur um irgendein Internat, sondern um eine Talentschmiede von landesweiter und internationaler Bedeutung. Wenn sich der Freistaat innerhalb der kommenden Jahre nicht klar zum Internat Altenberg bekennt, dann bekennt er sich auch nicht zum Wintersportstandort Altenberg – mit allen Konsequenzen. Das würde nicht nur eine Schließung des Internats zur Folge haben, sondern langfristig auch die Umstrukturierung des Gymnasiums und eine Minderung der nationalen Anerkennung u.a. der Bobbahn nach sich ziehen.

Für unseren Landkreis bedeutet der heutige Beschluss: Innerhalb der kommenden zwei Jahre muss eine tragfähige, nachhaltige Lösung gefunden werden, im Sinne unserer sächsischen Nachwuchstalente, die Planungssicherheit, professionelle Betreuung und eine Perspektive benötigen. Altenberg hat all das geboten und sollte es weiterhin können.

kurzfristige Übernahme der Betreibung des Sportinternats Altenberg