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Stellungnahme und Forderung der Fraktion FW / FDP im Kreistag SOE - Teil 2

17.03.2026
Heiko Wersig, Uwe Steglich, Peggy Weinlich
Lesedauer 2 Minuten
Wir lehnen das derzeit gesetzlich vorgegebene Flächenziel von 2 % der Landesfläche bis zum 31.12.2032 grundsätzlich ab. Auch wenn das Flächenziel bis zum Stichtag 31.12 2027 auf 1,3 % herabgesetzt wird, bleiben die 2 % bis zum 31.12.2032 nach wie vor bestehen. Aufgeschoben ist nun mal nicht aufgehoben.

💨 Unter Beachtung des Flächenbeitrages von 2 % könnten man in Sachsen ca. 1.800 neue Windkraftanlagen mit einer durchschnittlichen Höhe von 280 m errichten. Diese würden unter den gegenwärtigen technischen Standards durchschnittlich mindestens 37 TWh/Jahr (1 Anlage ca. 15 – 30 Mio. kWh/Jahr - hier 20 Mio. kWh/Jahr pro Anlage angesetzt) erzeugen. Die Bruttostromerzeugung im Freistaat Sachsen betrug im Jahr 2023 34 TWh (Quelle: Statistisches Landesamt). Durch Windkraft wären das bei voller Ausnutzung des Flächenbeitrages mehr als die jetzige gesamte Bruttostromerzeugung.

💨 Hinzu kommt die ständige steigende Installation von Photovoltaikanlagen, die ebenfalls ins Netz einspeisen. Selbst bei einem Flächenbeitrag von 1,3 % könnten durchschnittlich 24 TWh/Jahr durch Windkraftanlagen eingespeist werden. Für uns ein weiteres Indiz, wie das Flächenziel am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht. Für uns stellt sich weiterhin die Frage, inwieweit diese Leistung überhaupt durch die bestehende Netzinfrastruktur aufgenommen werden kann bzw. welche Investitionen notwendig sind um das zu ermöglichen? Allein die SachsenNetze plant bis 2045 ca. 5 Mrd. € in die Netzinfrastruktur zu investieren.

Das gilt nach unserer Auffassung auch für eine 🔺 dringend notwendige Speicherinfrastruktur. Auf der anderen Seite darf man natürlich nicht verkennen, dass der Endenergieverbrauch (Industrie, Gewerbe, Haushalte und Verkehr) in Sachsen im Jahr 2023 bei 98,1 TWh/Jahr sowie der Primärenergieverbrauch (gesamt eingesetzte Energie einschl. Umwandlungsverluste) bei 157,4 TWh (Quelle: Statistisches Landesamt) lag. Bei dem Letzteren sind die Netzbetreiber gefordert. Hier gibt es sicher Optimierungspotential, die Netzverluste im Sinne einer effizienten Energieversorgung zu senken.

Man sollte daher schon das Kosten-Nutzen Verhältnis hinterfragen. Oder steht hier nur der Ertrag der Investoren an erster Stelle, der sich bisher und das voraussichtlich bis Ende 2027 nach der maximalen Einspeisemöglichkeit und nicht nach der tatsächlichen Einspeisung richtet. Also egal, ob eine Windkraftanlage durch eine Netzabriegelung steht oder ob sie läuft, der Ertrag steht. Bei einer sicheren Rendite von 4 bis 8 % - ein lukratives Investment für die Betreiber von Windkraftanlagen.

⚠️ Letztendlich finanzieren das die Privathaushalte und die Wirtschaft. ⚠️ Unter Beachtung der vorstehenden Ausführungen ist daher eher mit weiter steigenden Energiepreisen zu rechnen. Und wo das hinführt, zeigt die gegenwärtige Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Das kann ja wohl nicht das erklärte Ziel der Energiewende sein. ⚠️


Stellungnahme und Forderung der Fraktion FW / FDP im Kreistag SOE - Teil 2